Frühkindlicher Autismus

Im Herbst 1943 veröffentlichte Kanner seine Beobachtungen zu verhaltensgestörten Kindern. Er ordnete diese Beschreibungen zum Krankheitsbild frühkindlicher Autismus, dessen wichtigste Symptome sind:

  • eine autistische Abkapselung aus der menschlichen Umwelt und …
  • die Veränderungsangst, d.h. ein zwanghaftes Bedürfnis nach Gleicherhaltung der dinglichen Umwelt.

Kanners frühkindliche Autisten zeigten eindeutige Auffälligkeiten im sprachlichen Bereich, beispielsweise lallten sie ein wenig und zeigten eine Verzögerung des Sprachbeginns. Neben dieser Entwicklungsverzögerung wurde auch eine intellektuelle Schwach- bzw. Minderbegabung festgestellt.

Weitere Beobachtungen führten in allen Sinnesgebieten zu Auffälligkeiten:

  • Im auditiven Bereich wurden neben der Geräusch- und Lärmempfindlichkeit (Ohren zuhalten) Vorlieben für bestimmte Laute (Klopfen, Echo, Windrad) und Freude an der Musik und am Rhythmus wahrgenommen.
  • Charakteristisch auch die visuelle Meidung wie das Bedecken der Augen oder Abwendung des Kopfes.
  • Auffallend war bei den autistischen Kindern eine Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz und Kälte.

Nach Kanner sollten dazu alle Formen der Veränderungsangst, Trotzreaktionen, Wut- und Zornausbrüche als Ausdruck der Unsicherheit und Überforderung verstanden werden.